red dices

Powergammon

Spiel Backgammon! Online oder mit Freunden!

Tipp:

Wenn Du stets versuchst 35:1 Chancen des Gegners zu verhindern, wirst Du nie ein erfolgreicher Spieler werden!

Die Einstellung zum Spiel und strategische Konzepte

Einleitung

Im Unterschied zu anderen Spielen, z.B Schach, ist beim Backgammon das Auswendiglernen langer Varianten nicht erforderlich. Da es keine allgemeingültigen “Wenn dies, dann das” Regeln gibt, ist es sinnvoll ein grundlegendes Verständnis über die Merkmale für die Qualität von Zügen oder Stellungen aufzubauen.

Dies liegt unter anderem daran, dass bisher noch keine allgemein gültige Formel gefunden wurde, mit der auch ein Einsteiger sofort auf dem Niveau starker Spieler mithalten kann. Und wahrscheinlich gibt es diese Formel auch nicht.

Dafür ist Backgammon viel zu komplex. Und darin liegt auch seine Faszination: Keine zwei Spiele, keine zwei Spieler sind gleich. Die Strategien und Taktiken sind immer anders, immer wieder wird der Spieler mit neuen Situationen und Mustern konfrontiert. Daher hängt im Backgammon neben dem Würfelglück viel von Intuition, Gefühl und Erfahrung ab. Die Möglichkeiten im Spiel und Kombinationen verschiedener Stellungen und Zugfolgen sind zumindest für den menschlichen Geist schier unendlich.

Daher gibt es neben dem Verinnerlichen der Grundprinzipien eigentlich nur einen erfolgversprechenden Ansatz zur Steigerung der Spielstärke. Üben, üben, üben oder anders formuliert: Man muss mit dem Spielen anfangen, eigenen Taktiken aufzubauen und zu verfeinern.

Dieser Artikel vermittelt Dir einen grundlegenden Ansatz für die Gesamtstrategie. Er vermittelt Dir Ideen, welche Du in Dein Spiel einbauen kannst, die Dich zum Nachdenken anregen und Dir helfen, Erfahrungen zu machen und Erfolge zu erzielen.

Die richtige Einstellung

Der Erfolg im Backgammon lebt neben einem technischen Verständnis des Spiels vor allem von der richtigen Einstellung zum Spiel. Gute Spieler mögen unterschiedliche Techniken im Spiel anwenden, doch sie eint die gemeinsame Einstellung zum Spiel.

  • Gute Spieler gewinnen ihre Spielstärke nicht allein durch das Lesen von Büchern oder das Lösen von Übungsaufgaben. Gute Spieler haben die richtige Einstellung!
  • Gute Spieler haben zum einen Spaß am Spiel, zum anderen aber sind sie in der Lage Stellungen, Pläne und konkrete Züge kaltblütig und mit klarem Kopf zu analysieren.
  • Gute Spieler lassen sich auch nicht aus der Ruhe bringen wenn der Gegner Emotionen zeigt und sie im schlimmsten Fall verbal attackiert. Beim Backgammon geht es um die Freude am Spiel und bei Turnieren darum Geld zu gewinnen, nicht um einen Beliebtheitswettbewerb.
  • Gute Spieler sind (meist unbewusst) Meister in der psychologischen Kriegsführung. Ihr Selbstvertrauen, die Art und Weise wie sie die Steine setzen, die Würfel schütteln und vor Ihrem Zug ruhig und gelassen das Brett studieren – all dies hat einen nicht zu unterschätzenden Effekt sowohl auf den Gegner als auch auf den Spieler selbst.

Diese Einstellung wird vielleicht dazu führen, dass der eine oder andere Gegner aufmerksamer oder vorsichtiger spielt, aber auch dazu, dass die guten Spieler lernen sich entweder genau an diese Gegner anzupassen oder aber zumindest ein herausfordernderes Spiel zu haben und damit verbunden mehr Übung und Erfahrung zu sammeln.

Allerdings ist die richtige Einstellung nur ein unterstützendes Element zu dem notwendigen strategisches Grundverständnis um das es in den nächsten Abschnitten gehen soll.

Strategie

Was ist Strategie? Strategie beschreibt die Kunst und die Wissenschaft, Kriegshandlungen zu planen.
Versteht man Backgammon als ein Spiel auf einem Schlachtfeld, erscheint diese Definition als sehr geeignet.
In diesem Abschnitt sollen grundlegende Strategien diskutiert werden und als allgemeine Konzepte formuliert werden, so dass Du sie als strategische Leitlinie für Dein Spiel verwenden kannst.

Das Back-Game

Wenn einer der Spieler im Rennen einen signifikanten Vorsprung hat, ist es für den Gegner oft die beste Option auf eine günstige Gelegenheit zu warten, das Blatt wieder zu wenden. Eine typische Situation ist das sogenannte Back-Game.
Der Begriff des Back-Game beschreibt Spielsituationen, in denen einer der beiden Spieler einen oder mehr Punkte im gegnerischen Heimatquadranten besetzt hält. In der strategischen Bewertung ist das Back-Game am ehesten mit einem Hinterhalt vergleichbar, mit dem Unterschied, dass ein Hinterhalt versteckt ist, im Back-Game jedoch beiden Spielern alle Informationen über den Hinterhalt vorliegen – dass er da ist, wo der Hinterhalt ist und welche Gefahr von ihm ausgeht. Der Umgang mit dem Back-Game ist vordergründig über das Verständnis von Board-Strukturen und Würfelwahrscheinlichkeiten geprägt.

Damit das Back-Game erfolgreich ist, sollten folgende zwei Bedingungen erfüllt sein.

  1. mindestens zwei Punkte im vierten Quadranten des Gegners sind besetzt
  2. es existiert entweder eine Blockade, welche den Gegner daran hindert nach dem Einsetzen wieder loszulaufen oder es gibt über das Brett verteilt genügend Steine welche den gegnerischen Stein wieder schlagen können.

Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Back-Game liegt in seiner Vorbereitung. Das bedeutet, dass erfolgreiche Spieler von Beginn an die Möglichkeit eines Back-Games in Erwägung ziehen und entsprechend die Voraussetzungen schaffen. Die so erlangte Flexibilität ermöglicht es, je nach Spielsituation die Art des Spiels (Rennen oder Back-Game) zu wechseln. Wenn ein Spieler sich im Gegensatz hierzu zu früh auf eine der beiden Möglichkeiten festlegt, gibt es meist kein zurück mehr, und ein ungünstiges Resultat beim Würfeln kann das gesamte Spiel ruinieren.

Daraus folgt, dass zumindest in der Eröffnung Züge vermieden werden sollten, welche zu einer der beiden Spielarten (Rennen oder Back-Game) verpflichten, sondern im Zweifel ein ausgewogenes Spiel bevorzugt werden sollte.

Die Eröffnung

Die Eröffnung stellt die Weichen für den Spielverlauf. Es gibt Strategien, die alles auf eine Karte setzen und versuchen mit so vielen Steinen wie möglich loszupreschen oder im Gegensatz dazu das Rennen völlig vernachlässigen und auf den Aufbau von Blockaden fokussieren.

Bewährt hat sich eine ausgewogene Spielweise, idealerweise jedoch mit fokussierten Zügen die jeweils für sich allein betrachtet entweder auf das Rennen oder das Back-Game abzielen.

Eines der wichtigsten Ziele in der Eröffnung sollte das Bilden starker Blockadepunkte sein. Blockadepunkte dienen dazu den Gegner entweder abzufangen, oder sie verhindern zumindest ein ungehindertes Rennen der gegnerischen Steine.

Hierbei empfiehlt es sich, die Blockade in der Eröffnung so zu gestalten, dass

  • gegnerische Steine in ihrem Heimatfeld eingeschlossen werden und
  • der gegnerische Spieler immer noch die Möglichkeit hat, geschlagene Steine wieder einzusetzen.

Bewährt hat es sich daher die gegnerischen Punkte 1, 2 und 3 idealerweise freizuhalten.

Hierfür gibt es vor allem zwei Gründe:

  1. Die eigenen Steine bleiben im Spiel. Steine, die auf den Punkten 1, 2 oder 3 liegen sind effektiv aus dem Spiel und können im weiteren Spielverlauf nicht mehr eingreifen.
  2. Indem die Punkte 1, 2 und 3 freigelassen werden, kann der Gegner immer wieder einsetzen, seine Steine bleiben jedoch hinter der Blockade eingeschlossen. Da im Backgammon jedoch Zugpflicht herrscht, muss der gegnerische Spieler nach und nach seine starken Punkte aufgeben, sobald er alle Steine wieder eingesetzt hat, diese jedoch nicht mehr setzen können.

Einen Nachteil hat die Strategie jedoch. Sollte der gegnerische Spieler durch Würfelglück aus der Blockade entkommen, ist er in der Regel derjenige, der im Endspiel schneller seine Steine aus dem Brett herausspielen kann.

Wichtige Punkte

Die Punkte auf dem Backgammon Brett sind von unterschiedlicher Wichtigkeit für den Spielverlauf.
Die wichtigsten Punkte sollten gleich zu Beginn des Spieles gesichert werden. In der Reihenfolge ihrer Bedeutung sind dies namentlich sind dies die Punkte 5, 7, 9 und 10. Wenn es ein Spieler schafft mindestens zwei dieser Punkte zu besetzen, ergänzen diese die schon in der Grundstellung besetzten Punkte 6 und 8. Ihre Besetzung übt einen enormen Druck auf den Gegner aus. Wenn vier oder mehr Punkte aus dem Bereich 5 bis 10 besetzt sind, ist dies oft ein gutes Signal das Spiel zu verdoppeln.
Wenn es ein Spieler geschafft hat die drei höheren Punkte abzudecken ist oft selbst Punkt fünf nicht mehr von Priorität. Der Gegner wäre noch immer sehr gut eingeschlossen, und im Endspiel kann die Blockade in der Regel sehr bequem über den 5er Punkt hinweg in den letzten Quadranten gespielt werden.

Aufgrund der Bedeutung der genannten Punkte sollte im Zweifel einer der Punkte lieber mit einem ungedeckten Stein besetzt werden, wenn sich dadurch im nächsten Zug die Chance ergibt den Punkt doppelt zu besetzen. Dies ist riskanter als einen Stein auf einem sicheren Punkt zu positionieren, zahlt sich aber in der Praxis deutlich häufiger aus. Insbesondere in der Eröffnung ist die Gefahr geschlagen zu werden weniger drastisch, da die Chancen den Stein direkt wieder einsetzen zu können verhältnismäßig gut stehen.

Wenn das Spiel von der Eröffnung ins Mittel- und Endspiel übergeht und der Gegner seine wichtigen Punkte abgedeckt hat, ist mehr Vorsicht geboten. Wenn Steine ungedeckt gelassen werden müssen, sollten drei Fragen gestellt werden:

  1. Wo ist die Wahrscheinlichkeit geschlagen zu werden am geringsten?
  2. Wo kann mit Hilfe des Steins am ehesten ein wichtiger Punkt besetzt werden?
  3. Wo stellt der Stein die größte Gefahr für den Gegner dar?

Grundsätzlich sollte versucht werden, nicht mehr als drei Steine auf einem Punkt zu haben. Drei Steine erscheint die richtige Anzahl, da der Punkt so abgesichert ist und trotzdem ein weiterer Stein für günstige Gelegenheiten vorhanden ist.

Mit dieser Regel lassen sich schon in der Eröffnung die richtigen Eröffnungszüge herleiten, z.B. 2-1.


13-11 und 6-5 für den Zug 2,1 in der Grundstellung

Dieser Zug reduziert nicht nur die Anzahl der Steine auf den Punkten 6 und 13, er bringt außerdem zwei Steine in Richtung der wichtigen Punkte in Stellung.

Da der Gegner sinnvollerweise auch versuchen wird die wichtigen Punkte zu blockieren ist es notwendig eine geeignete Gegenmaßnahme zu ergreifen. Der beste Weg hierzu besteht darin die zwei Runner auf dem Punkt 24 zu splitten. Auf diese Art und Weise wird die Anzahl der Würfe mit denen geschlagen werden kann mindestens verdoppelt. Außerdem besteht so die Möglichkeit selbst den Punkt 5 (Punkt 20) des Gegners zu besetzen.


13-11 und 24-23 für den Zug 2,1 in der Grundstellung

Wenn der Gegner splittet

Wenn der Gegner seine Runner gesplittet hat, ist es wichtig ein paar Grundsätze im Kopf zu haben wie gegen dieses Setting gespielt wird. Folgende Grundsätze haben sich bewährt:

  1. Wenn der Split auf dem gegnerischen Punkt 4 oder Punkt 5 (Punkt 20 oder Punkt 21) erfolgt ist und keine bessere Option besteht, ist es sinnvoll zu schlagen. Wir der eigene Stein geschlagen, ist es in der Eröffnung noch früh genug um trotzdem ein erfolgreiches Spiel zu spielen. Wird der eigene Stein nicht geschlagen, ergibt sich die Chance einen der beiden Punkte im nächsten Zug zu blockieren.
  2. Wenn der Split auf dem gegnerischen Punkt 2 oder 3 (Punkt 22 oder Punkt 23) erfolgt, sollte nicht geschlagen werden. Der Hauptgrund ist, dass das absichern eines dieser beiden Punkte zwei Steine aus dem Spiel nimmt, die nicht mehr benutzt werden können um den eigenen Vorteil im Spiel auszubauen. Die einzige Ausnahme wäre ein 5er Pasch wenn der Gegner auf den Punkt 3 (Punkt 22) gesplittet hat. Jetzt kann in einem Zug der Punkt gesichert werden.

Blockieren oder Splitten

Mit den beiden Runnern kann sowohl eine Blockade (am besten auf Punkt 5 bzw. Punkt 20) angestrebt werden als auch ein Split. Welche der beiden Strategien die bessere ist hängt zum einen vom persönlichen Spielstil als auch dem Stil des Gegners sowie der konkreten Spielsituation ab.

Die meisten Spieler bevorzugen die Blockade und den Gegner am Besetzen seiner wichtigen Punkte zu hindern, dieser Ansatz ist sicherer aber auch passiver als der aggressivere und dafür riskantere Split.